DIE DRITTE KAMMER - DAS BEGEHBARE BILD
(Berlin/Köln/Weimar 1998/99)


Die "Künstlergärten Weimar"

Das Terrain der "Künstlergärten Weimar", das im Weimarer "Park an der Ilm" direkt neben Goethes Gartenhaus an einem Hang liegt, ist ein historischer Garten. Er wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert als Neo-Renaissancegarten angelegt und umgibt die "Villa Haar". Die gesamte Anlage hat ihre Existenz und ihre Erhaltung einem Ehepaar zu verdanken, das seinen Besitz direkt nach dem Krieg in eine Stiftung verwandelte, durch die fortan Kriegswaisen unterstützt werden sollten. So wurde ihr Besitz vor Enteignung bewahrt und konnte ausschließlich sozial genutzt werden. Nach der notariellen Absicherung des Waisenhauses beging das Ehepaar Selbstmord. Noch heute ist unklar, was sich hinter dieser extremen Tat wirklich verbarg. Derzeit versucht eine Gärtnertruppe, den Park der "Villa Haar" wieder zu restaurieren. Gleichzeitig werden internationale Künstler (wie Peter Hutchinson, Daniel Spoerri, Paula Hayes, Cosima von Bonin u.a.) von Barbara Nemitz eingeladen, auf diesem Gartengelände eigene Pflanz-Konzepte zu realisieren. Auf ihre Initiative geht dieses Projekt zurück und wird begleitet von einer Vortragsreihe in der Bauhaus Universität, Weimar, der Zeitschrift "Wachsen", die circa 2 - 3 Mal im Jahr erscheint und einem Gartenführer, der stetig erweiterbar ist. All diese künstlerischen Eingriffe und geschichtlichen Hintergründe verleihen den "Künstlergärten Weimar" ihre besondere Gestalt .